© DIHK Service GmbH
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Am Freitag, den 27.03.2026, haben in unserer Reihe Macher*innen und Problemlöser*innen Annette Hilpert von der IHK für München und Oberbayern, Simon Wieland von RegioKontext, Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer, IHK Ostwürttemberg sowie Volker Meyer Geschäftsführer der Heinrich Meyer-Werke Breloh, diskutiert, wie Unternehmen „Beschäftigtenwohnen“ anpacken können.
In vielen Regionen Deutschlands stehen Unternehmen vor einem paradoxen Problem: Trotz konjunktureller Schwäche gibt es offene Ausbildungs- und Fachkräftestellen – aber immer weniger bezahlbaren Wohnraum für diejenigen, die diese Jobs antreten wollen. Besonders betroffen sind Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, Logistik sowie Unternehmen, die verstärkt internationale Fachkräfte rekrutieren.
Unternehmen berichten zunehmend, dass fehlender Wohnraum die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden massiv erschwert. Gleichzeitig können Kommunen den Bedarf allein nicht decken. Beschäftigtenwohnen wird damit zu einem strategischen Standortfaktor.
Das führt vielerorts zu Herausforderungen:
Beschäftigtenwohnen wird damit zu einem strategischen Instrument der Fachkräftesicherung.
Stimmen aus der Praxis: Was Expertinnen und Experten berichten
IHK München & Oberbayern – Annette Hilpert
Die IHK verzeichnet einen spürbaren Anstieg an Anfragen von Unternehmen und Kommunen. Besonders gefragt sind: Unterstützung bei Grundstücks- und Wohnraumnutzung, Modelle zur Anmietung oder Bereitstellung von Wohnungen, Lösungen für Azubis und internationale Fachkräfte. Beschäftigtenwohnen wird immer mehr fester Bestandteil der Standortberatung.
RegioKontext – Simon Wieland
RegioKontext begleitet seit über 15 Jahren Projekte rund um Wohnungsmarkt und Stadtentwicklung. Wesentliche Trends:Beschäftigtenwohnen ist kleinteiliger geworden (einzelne Wohnungen statt großer Siedlungen), Unternehmen fokussieren Zielgruppen wie Azubis oder internationale Fachkräfte. Kooperationen mit Wohnungswirtschaft und Kommunen schaffen neue Flexibilität. Wieland betont: „Lohnzuschläge schaffen keine Wohnungen – neue Wohnmodelle schon.“
IHK Ostwürttemberg – Thilo Rentschler
Auch ländliche Regionen stehen unter Druck. Beispiel: Zeiss schuf 8.000 neue Arbeitsplätze – der Wohnungsmarkt konnte nicht mithalten. Herr Rentschler warnt vor: steigenden Mieten, Verdrängungseffekten, sinkender Standortattraktivität.
Er fordert: weniger Regulierung, mehr Flächen, stärkere Verantwortung der Unternehmen
Ohne zusätzlichen Wohnraum verliert eine Region ihre Zukunftsfähigkeit.
Heinrich Meyer Werk – Volker Meyer
Das Bauunternehmen zeigt, wie Beschäftigtenwohnen praktisch funktioniert:450 Mitarbeitende aus 30 Nationen, Einsatz modularer, serieller Bauweisen, eigener Bestand von 700 Wohnungen, Wohnraum als Schlüssel zur Fachkräftegewinnung. Besonders in ländlichen Regionen wie der Lüneburger Heide wird Wohnraum knapp – Unternehmen müssen selbst aktiv werden.
Fazit: Beschäftigtenwohnen ist ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung
Zentrale Botschaften der Veranstaltung
Beschäftigtenwohnen ist kein Trend – es ist eine notwendige Antwort auf den Fachkräftemangel.