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Drei Monate in Japan arbeiten, eine neue Kultur kennenlernen und dabei das deutsche Ausbildungssystem vorstellen: Für Karoly Bak wurde sein Auslandspraktikum zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. Als ausgebildeter Kfz-Mechatroniker sammelte er nicht nur wertvolle berufliche Erfahrungen in einem japanischen Kfz-Betrieb, sondern stellte auch mehrfach das deutsche Modell der Berufsausbildung vor.
Nach seinem Kenntnisstand war er einer der ersten Kfz-Mechatroniker mit abgeschlossener Berufsausbildung aus Deutschland, der im Rahmen von Erasmus+ ein Praktikum in Japan absolvierte. Auslandserfahrung sammelte Karoly bereits im englischen Portsmouth, in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur und im spanischen Barcelona, bevor er sich mit der Arbeit in der Werkstatt Yellow Hat Kenkyuugakuen in der japanischen Präfektur Tsukuba einen Traum erfüllte.
Mit dem Wunsch nach einem Praktikum in Japan kam der Wuppertaler zunächst auf die Beraterin Rebecca Hof an der Handwerkskammer Düsseldorf zu. Sie informiert im Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ zu Auslandspraktika und konnte über die Koordinierungsstelle des Netzwerks einen Kontakt zur AHK Japan herstellen. Die AHK Japan wiederum ist seit 2023 Teil des BMWE-geförderten Skills Expert-Programms, das AHKs weltweit dabei unterstützt, duale Berufsbildungsgänge nach deutschem Vorbild aufzubauen.
Vier Präsentationen für den internationalen Austausch
Im Rahmen des Programms hat die AHK Japan auf Initiative ihrer Mitgliedunternehmen einen Ausbildungsgang für Kfz-Mechatronik etabliert. Dafür kooperiert sie mit drei Schulen in unterschiedlichen Präfekturen Japans, in denen aktuell rund 60 Azubis ausgebildet werden. Daher wurde über die AHK Japan nicht nur der Kontakt zu Karolys Praktikumsbetrieb hergestellt, sondern er auch als Botschafter für das deutsche Ausbildungssystem angefragt.
Insgesamt hielt er vier Präsentationen: zwei Vorträge in Kobe, eine Präsentation in Tokio sowie eine Online-Präsentation. Höhepunkt war sein Vortrag am Hashin Automotive Engineering, Aviation and Railway College – einer Partnerschule der AHK Japan in Kobe. Dort sprach er am ersten Tag des neuen Ausbildungsjahres vor Auszubildenden des ersten Lehrjahrs über die duale Ausbildung in Deutschland, den Berufsalltag eines Kfz-Mechatronikers und seine Erfahrungen während des Erasmus+-Aufenthalts.
Internationale Mobilität stärkt Fachkräfte von morgen
Die Resonanz war groß. Die angehenden japanischen Fachkräfte interessierten sich insbesondere für die enge Verzahnung von betrieblicher Praxis und schulischer Ausbildung, die als zentrales Merkmal des deutschen Systems gilt. „Ich konnte einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Verbindung zwischen dem deutschen und japanischen Ausbildungssystem weiterwächst“, so Karoly.
Karolys Geschichte zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial internationale Mobilitätsprogramme für die berufliche Bildung haben. Auslandsaufenthalte ermöglichen jungen Fachkräften nicht nur die Erweiterung ihrer fachlichen und interkulturellen Kompetenzen. Sie schaffen zugleich Brücken zwischen Bildungssystemen, Unternehmen und Ländern. Als Praktikant nach Japan gereist, kehrte Karoly schließlich auch als Botschafter der deutschen beruflichen Ausbildung zurück.