© Bündnis für Familie Rhein-Berg
Wenn der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf ansteht, brauchen Jugendliche Orientierung – und Eltern oft ebenso.
© Bündnis für Familie Rhein-Berg
Wenn der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf ansteht, brauchen Jugendliche Orientierung – und Eltern oft ebenso.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis bündelt das Bündnis für Familie Rhein-Berg die Kräfte von Verwaltung, Jobcenter, Arbeitsagentur und Wirtschaftsförderung, um Vereinbarkeit und Berufsorientierung niedrigschwellig, alltagsnah und familienorientiert zu stärken. Das Bundesfamilienministerium zeichnet das Lokale Bündnis für Familie Rhein-Berg zum Bündnis des Monats Juni aus.
Das Bündnis vor Ort: Netzwerk für Familien in allen Lebensphasen
Das beim Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen angesiedelte Bündnis versteht sich seit seiner Gründung 2019 als Plattform, die lokale Angebote sichtbar macht, Akteurinnen und Akteure zusammenbringt und Bedarfe rund um Familien- und Vereinbarkeitsthemen „ausleuchtet“. Ziel ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Familien nachhaltig zu verbessern und den Kreis als Wohn- und Arbeitsort noch attraktiver, familienfreundlicher und lebenswerter zu gestalten. Dazu wurde die Arbeit des Bündnisses mit mehr personellen Ressourcen ausgestattet. Und das mit Erfolg: Innerhalb eines Jahres hat sich die Anzahl an Bündnismitgliedern auf rund 40 verdoppelt.
Inhaltlich arbeitet das Bündnis für Familie Rhein-Berg in vier Themenfeldern: „Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“, „Unterstützungsleistungen für Familien“, „Freizeit und Erholung“ sowie „Wohnen und Leben“. Insbesondere die Vereinbarkeit steht dabei im Fokus. „Familie ist nicht nur Vater, Mutter, Kind, sondern genauso auch Personen mittleren Alters ohne Kinder, aber mit pflegebedürftigen Eltern – deshalb die Betonung auf Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“, sagt Bündniskoordinatorin Michelle Euteneuer.
Besonders eng arbeitet das Bündnis derzeit mit den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter und in der Bundesagentur für Arbeit sowie mit der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung (RBW) zusammen. Gemeinsam werden Projektideen entwickelt, Arbeitsgruppen gebildet und Angebote so geplant, dass sie Familien bestmöglich erreichen. Ein Beispiel ist die Elternzeitmesse, die jungen Familien Orientierung bietet und auf passende Unterstützungsangebote hinweist.
Das Bündnis für Familie Rhein-Berg zeigt, wie erfolgreich Netzwerkarbeit vor Ort gelingen kann: Verwaltung, Arbeitsmarktakteure und Wirtschaft arbeiten hier Hand in Hand, um Familien konkret zu unterstützen und gleichzeitig wichtige Zukunftsthemen wie Fachkräftesicherung und Berufsorientierung aktiv anzugehen.
Jürgen Langenbucher, Dezernent für Soziales, Inklusion, Gesundheit, Familie und Jugend des Rheinisch-Bergischen Kreises
Schwerpunkt Berufsorientierung: Wege in soziale Berufe öffnen
Im Rheinisch-Bergischen Kreis rückt das Bündnis aktuell insbesondere die Berufsorientierung in den Fokus – mit einem besonderen Blick auf soziale Berufe. Der Impuls kommt aus der Praxis: Fachkräfte fehlen, Einrichtungen und pflegende Privatpersonen stehen unter Druck, und gleichzeitig gibt es bei vielen Jugendlichen durchaus Interesse an sinnstiftenden Tätigkeiten. Häufig sind es jedoch Vorurteile, Unsicherheiten und fehlende Orientierung – gerade auch bei Eltern –, die Entscheidungen beeinflussen. Auch hier spielen die Bündnispartner aus Wirtschaftsförderung, Agentur für Arbeit und Jobcenter eine zentrale Rolle: Sie bieten persönliche Beratungen, Trainings und die Kontaktaufnahme zwischen Interessierten und Unternehmen.
Warum Eltern eine Schlüsselrolle spielen
Eltern prägen Berufsentscheidungen ihrer Kinder stark – emotional als wichtigste Bezugspersonen, aber oft auch ganz praktisch (z. B. bei Bewerbungsunterlagen oder durch finanzielle Unterstützung während Ausbildung oder Studium). Genau deshalb richtet das Bündnis seine Berufsorientierung nicht nur an Jugendliche, sondern denkt Eltern konsequent mit. Hier heißt es, Vorurteile abbauen, Informationen bündeln, Perspektiven aufzeigen und die richtige Ansprache finden. „Eltern achten bei der Berufswahl ihrer Kinder oft auf rationale Faktoren wie gute Bezahlung und langfristige Jobsicherheit, während bei den Kindern selbst eher die intrinsische Motivation im Vordergrund steht“, so Michelle Euteneuer, die neben ihrer Rolle als Bündniskoordinatorin auch für Fachkräftekampagnen in sozialen Berufen im Rheinisch-Bergischen Kreis zuständig ist. „Hier können wir aufklären, dass viele Berufe genau das bieten können und beide Perspektiven zusammenbringen.“
Damit Angebote auch ankommen, setzt das Bündnis auf niedrige Hürden und starke Multiplikatoren: auf Netzwerkpartner, auf gezielte Öffentlichkeitsarbeit, aber auch auf Kanäle, die im Familienalltag funktionieren – persönliche Empfehlungen bis hin zu Kampagnen und Werbung in sozialen Medien. Auch bestehende Regelangebote der Partner, zum Beispiel Veranstaltungen zum beruflichen Wieder- oder Quereinstieg, sollen dadurch besser sichtbar und stärker genutzt werden.
Mit Strategie in die Zukunft
Nach ersten Auftaktterminen und Erfahrungen aus Projekten im Jahr 2025 setzte das Bündnis zunächst auf Analyse: Welche Bedarfe gibt es bei den Familien und Unternehmen in der Region tatsächlich, wie kann das Bündnis mit gezielten Maßnahmen effektiv darauf eingehen und welche Partner braucht es dafür? Aus dieser Bestandsaufnahme entstand auch für die Themen Vereinbarkeit und Berufsorientierung ein klarer Plan. Auf der Plattform der Wirtschaftsförderung („Kluge Köpfe arbeiten hier“) wird künftig eine Unterseite zu sozialen Berufen angelegt, analog zu einer bereits existierenden Website zu Pflegeberufen („Kluge Köpfe Pflege“), mit Berufsbildern, Einblicken in die Praxis, Informationen zu Entwicklungsmöglichkeiten und viel Transparenz rund um die Rahmenbedingungen. Sobald die Inhalte stehen, plant das Bündnis ein Veranstaltungsformat, das verschiedene Zielgruppen zusammenbringt: Berufsorientierung für junge Menschen, Perspektiven für Wieder- und Quereinsteigende sowie eine gezielte Ansprache von Eltern.
Überblick über die Angebote der Mitglieder des Bündnisses für Familie Rhein-Berg
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Pressekontakt Bündnis
Bündnis für Familie Rhein-Berg
Ansprechperson: Michelle Euteneuer
Telefon: 02202/13-6537
E-Mail: familie@rbk-online.de
Website: https://www.rbk-direkt.de/familienportal/
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. Rund 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand Februar 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.