© Lokales Bündnis für Familien im Landkreis Reutlingen
Das Reutlinger Familienbündnis begleitet insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte bei der Berufsorientierung
© Lokales Bündnis für Familien im Landkreis Reutlingen
Das Reutlinger Familienbündnis begleitet insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte bei der Berufsorientierung
Seit Jahren unterstützt ein stark vernetztes Reutlinger Familienbündnis Menschen mit Migrationsgeschichte bei der Berufsorientierung – besonders mit dem „Treffpunkt Berufswege“ und der „Berufswege-Messe“. Für sein Engagement zeichnet das Bundesfamilienministerium das Lokale Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen als Bündnis des Monats April aus.
Ein Bündnis mit Geschichte und klarer Struktur
Das Lokale Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen besteht seit mehr als 20 Jahren. Über diese lange Zeit entwickelte sich ein stabiles Netzwerk, das Familieninteressen in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft vertritt. „Wir verstehen uns als Plattform für alle Anliegen, die Familien betreffen – von Bildung über Arbeitswelt bis hin zu Stadtentwicklung“, beschreibt Sprecherin Susanne Stutzmann die Haltung des Bündnisses. Dass dieses Engagement weit über Fachkreise hinaus geschätzt wird, zeigt auch die politische Unterstützung auf kommunaler und Landkreisebene:
Für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist es entscheidend, dass Familien am Reutlinger Leben vollwertig teilhaben.
Thomas Keck, Oberbürgermeister Reutlingen
"Familienfreundlichkeit ist ein besonderer Standortvorteil." Landrat Dr. Ulrich Fiedler
Getragen wird die Arbeit im Wesentlichen ehrenamtlich: Eine Doppelspitze leitet das Bündnis, unterstützt von einer kleinen Geschäftsstelle. Die Struktur ist bewusst schlank gehalten – ein Vorteil, wie Susanne Stutzmann betont: „Zudem ist unsere Unabhängigkeit ein großes Plus: Wir können Themen anstoßen, ohne dass die Interessen einzelner Träger dominieren.“
Ergänzt wird diese Basis durch eine aktive Lenkungsgruppe und rund 30 engagierte Aktive. Das Bündnis zählt aktuell ca. 60 Mitglieder aus unterschiedlichen Institutionen, Initiativen und Einrichtungen. Auch die Verwaltung der Kommune und des Landkreises zählen dazu. So gelingt es, politische Impulse zu setzen und zugleich konkrete Angebote für Familien zu entwickeln.
Netzwerken, Dranbleiben und Bedarfe ernst nehmen
Das Bündnis arbeitet bedarfsorientiert und vernetzt. Beratungsstellen, das Jobcenter, die Industrie- und Handelskammer Reutlingen, die Handwerkskammer, Migrationsdienste und viele weitere Akteure tragen dazu bei, passende Angebote zu entwickeln.
Für die langjährige Arbeitsmarktexpertin Birgit Eyb liegt hierin der entscheidende Mehrwert: „Alleine könnten wir viele Themen gar nicht stemmen, aber gemeinsam erreichen wir Menschen, die sonst durchs Raster fallen würden.“
Niedrigschwellige Beratung seit 15 Jahren
Die Veranstaltungsreihe „Berufswege“ startete 2011 und richtete sich vor allem an Frauen mit Migrationsgeschichte. 2015 folgte der „Treffpunkt Berufswege“ – bis heute ein vierteljährliches, offenes Beratungsangebot an der VHS Reutlingen. Ohne Anmeldung und bewusst außerhalb behördlicher Strukturen bietet das Format schnelle Orientierung und persönliche Begleitung.
Mit Fachleuten aus der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, den Migrationsdiensten und der Kontaktstelle „Frau und Beruf“ werden Fragen beantwortet, Wege aufgezeigt und bei Bedarf weiterführende Termine vermittelt. Das Format wurde so erfolgreich, dass andere Städte es übernahmen.
Ein Angebot wächst über sich hinaus
Mit zunehmenden Bedarfen entwickelte sich 2018 die „Berufswege-Messe“, die ein breites Spektrum an Informationen und Beratung bietet. Institutionen, Kammern, Migrationsdienste und Beratungsstellen sind vor Ort; es gibt Vorträge, persönliche Gespräche und kostenlose Bewerbungsfotos. Besonders wertvoll sind die Erfahrungsberichte von Auszubildenden mit Migrationshintergrund, die ihre beruflichen Wege schildern und Mut machen.
Ein Modell für nachhaltige Teilhabe
Niedrigschwelliger Zugang, enge Kooperation und jahrzehntelange Netzwerkarbeit prägen die Arbeit des Reutlinger Bündnisses. Damit ist es ein überzeugendes Beispiel gelungener kommunaler Zusammenarbeit. Die Projekte schaffen Orientierung, bauen Hürden ab und öffnen Wege in Ausbildung und Beruf – besonders für Menschen, die Unterstützung im deutschen Ausbildungs- und Arbeitssystem benötigen.
Kontinuität, Unabhängigkeit und Mut zum Dranbleiben
Was die Reutlinger Arbeit auszeichnet, ist die Verbindung aus ehrenamtlichem Engagement, verlässlicher professioneller Unterstützung und der strukturellen Unabhängigkeit des Netzwerks. Susanne Stutzmann und Birgit Eyb betonen gemeinsam: Ohne langfristiges Dranbleiben, klare Rollen und eine offene, wertschätzende Zusammenarbeit wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Die beiden Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Lokale Bündnisse Menschen Orientierung geben, und wie wichtig es ist, Chancen sichtbar zu machen.
Überblick über die Angebote des Lokalen Bündnisses für Familie im Landkreis Reutlingen
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Telefon: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: www.lbff.de
Kontaktdaten:
Sozialamt Stadt Reutlingen
Lokales Bündnis für Familie
Marktplatz 22
72764 Reutlingen
Telefon: 07121 303 27 86
E-Mail: geschaeftsstelle@familienforum-reutlingen.de
Website: www.familienforum-reutlingen.de
Ansprechpersonen: Susanne Stutzmann und Claus Mellinger
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 300 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand März 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.