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Kreislaufwirtschaft in der Praxis

Rückblick auf unsere Dialogveranstaltung vom 18.09.2026
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© DIHK Service GmbH

Wie Unternehmen durch Reuse, Refurbishment und neue Geschäftsmodelle resilienter werden

Die jüngste Ausgabe der Dialog-Reihe „Macherinnen & Problemlöserinnen“ der DIHK Service GmbH widmete sich am Freitag mit über 100 Teilnehmern, der Frage, wie Unternehmen den Einstieg in die Kreislaufwirtschaft erfolgreich gestalten können und welche Rolle zirkuläre Geschäftsmodelle für Zukunftsfähigkeit und Resilienz spielen.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise, geopolitischer Unsicherheiten und fragiler Lieferketten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft zunehmend als strategischer Ansatz wahrgenommen wird, um wirtschaftliche Stabilität und Versorgungssicherheit zu stärken.

Als Expertin aus der Forschung erläuterte Cindy Helinski vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, dass Kreislaufwirtschaft nicht auf einer einzelnen Definition beruht, sondern sich aus mehreren zentralen Strategien zusammensetzt. Dazu gehören insbesondere die Reduktion von Materialeinsatz, die Wiederverwendung von Produkten und Komponenten sowie das Recycling von Rohstoffen. Ergänzend spielen auch Ansätze wie Redesign, Reparatur und Refurbishment eine wichtige Rolle, um Produkte länger im Nutzungskreislauf zu halten und Ressourcen effizienter zu nutzen.

Aus Unternehmenssicht wurde anhand der Longshine Technology GmbH (tolino E-Reader ) von Haind Lu verdeutlicht, wie Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt werden kann. Das Unternehmen setzt bereits seit Jahren auf Reparaturservices, Rücknahmesysteme und die Aufbereitung gebrauchter Geräte. Dabei zeigte sich, dass ein funktionierendes After-Sales- und Refurbishment-System nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnet, etwa durch neue Kundengruppen und verlängerte Produktlebenszyklen.

Ergänzt wurde die Perspektive durch Mirko Kruse von der Handelskammer Bremen. Er betonte die zentrale Rolle von Netzwerken und Informationsaustausch für Unternehmen, insbesondere beim Einstieg in zirkuläre Geschäftsmodelle. Häufig seien bereits erste Elemente der Kreislaufwirtschaft in Unternehmen vorhanden, ohne dass diese explizit so benannt würden. Herausforderungen bestünden vor allem in der Komplexität des Themas, fehlenden Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette sowie in der Unsicherheit über wirtschaftliche Umsetzbarkeit.

Einigkeit bestand darin, dass neue Geschäftsmodelle wie „Product as a Service“ oder Refurbishment-Ansätze zunehmend an Bedeutung gewinnen. Beispiele aus der Praxis – etwa aus der Elektronik- oder Textilbranche – zeigen, wie Produkte durch Reparatur, Wiederaufbereitung oder Recycling in neue Nutzungskreisläufe überführt werden können.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft weniger eine rein technische Frage ist, sondern vor allem eine organisatorische und strategische Transformation erfordert. 

Netzwerke und praxisnahe Beispiele spielen dabei eine entscheidende Rolle, um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern und bestehende Potenziale sichtbar zu machen.

 

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Kontakt

Sofie Geisel Geschäftsführerin