Pfadnavigation

Erstes virtuelles Wasserstoff-Forum

380 TeilnehmerInnen zum ersten virtuellen Wasserstoff-Forum: Internationale Märkte und Kooperationen für grünen Wasserstoff

© offenblende

Berlin: Unterstützt durch die Exportinitiative Umwelttechnologien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fand am 2. Dezember 2020 das erste virtuelle Wasserstoffforum statt. Fast 380 TeilnehmerInnen sind der Einladung des DIHK gefolgt und haben sich über aktuelle Wasserstoffentwicklungen, ausländische Kooperationspotenziale und bundesweite Förderinitiativen informiert. Sofie Geisel, Geschäftsführerin der DIHK Service GmbH, empfing im virtuellen Raum zahlreiche VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Prof. Dr. Dr. Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, sprach zum Auftakt der Veranstaltung über die hohe Bedeutung von Wasserstofftechnologien für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland, speziell für Brandenburg und die hiesigen Umwelttechnologieunternehmen.

In dem anschließenden Panel-Gespräch mit hochrangigen ExpertInnen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie zwei Technologieunternehmen wurden aktuelle wirtschaftspolitische Fragen zur Wasserstoffstrategie der Bundesregierung diskutiert. Im Zentrum des Gesprächs ging es dabei um die Fragen, wie und wo genügend grüner Wasserstoff produziert werden kann und welche Möglichkeiten sich für die deutsche Wirtschaft auf den internationalen Märkten bieten.

Dr. Stefan Kaufmann, MdB und Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ der Bundesregierung: „Wir sind dabei, mit vielen Ländern dieser Erde Importstrategien zu besprechen […] Wir wollen Ländern eine eigene Gewinnung von Wasserstoff ermöglichen und dann auch den Export nach Deutschland fördern“. Lars Baumgürtel, CEO von Voigt & Schweitzer Verwaltungs GmbH / ZINQ, einem Unternehmen, das seinen hohen Energiebedarf bei der Verzinkung von Stahl künftig mit Wasserstoff decken möchte, betonte, dass das Thema Wasserstoff auch für den Mittelstand eine große Chance mit vielen Potenzialen ist: „Der energieintensive Mittelstand kann und muss Teil der Wasserstoffwende und des Markthochlaufes sein.“ Die Politik kann den Mittelstand vor allem mit dem „Abbau von Bürokratie und Regulatorien“ unterstützen, appellierte Thomas Chrometzka, Head of Strategy von Enapter, einem Hersteller von modularen Elektrolyseuren.

In dem darauffolgenden Panel haben die GeschäftsführerInnen von acht Auslandhandelskammern (AHK) ihre Aktivitäten im Wasserstoffbereich vorgestellt und sich damit als starke Partner der Wasserstoffwirtschaft vor Ort präsentiert. So haben beispielsweise sieben der acht referierenden AHKs (Brasilien, Chile, Australien, Saudi-Arabien, Südafrika und Marokko) AHK-Allianzen für grünen Wasserstoff gebildet. Es wurde deutlich, wie wichtig das AHK-Netzwerk ist, um die internationalen Energie- und Wasserstoffpartnerschaften der Bundesregierung im Sinne der deutschen Wirtschaft zu fördern und zu flankieren. Die AHKs haben einen entscheidenden Vorteil: Lokal verankert kennen sie die für den Wasserstoffeinsatz adressierbaren Bereiche und den notwendigen Bedarf.

Im dritten und letzten Panel wurden drei zentrale Förderprogramme für Wasserstoffkooperationen vorgestellt:

Erstens, die Energiepartnerschaften und Energiedialoge, die das BMWi bereits mit mehr als 20 Partnerländern abgeschlossen hat. Zweitens, die Exportinitiative Energie, mit der das BMWi Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland unterstützt. Und drittens, die Exportinitiative Umwelttechnologien des BMUs, welche darauf abzielt, das in Deutschland vorhandene Wissen im GreenTech-Bereich zu exportieren.

Fazit der Veranstaltung ist nicht nur, dass Wasserstoff ein großer Baustein zur Lösung der großen Aufgaben bei der Energiewende und im Klimaschutz ist, sondern auch, dass Deutschland seinen Technologievorsprung im Wasserstoffbereich vor allem durch einen verstärkten Ausbau von internationalen Partnerschaften erhalten und ausbauen kann und sollte.  

© Chambers for Green Tech

Kontakt

Maria Peukert Projektreferentin

Weitere Informationen zum Projekt

Ein deutscher Betrieb möchte moderne Müllwagen, effiziente Sortiertechnik oder Filteranlagen zur Abwasserbehandlung exportieren? Dann sind die Chambers for GreenTech die richtige Adresse. Mit diesem Projekt verbinden wir Umweltschutz und Außenwirtschaftsförderung mit dem Ziel, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern und die Exportchancen für GreenTech "made in Germany" zu erhöhen. Wir setzen im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologie gemeinsam mit AHKs Projekte um, die deutsche GreenTech-Unternehmen bei ihrem Markteintritt in Drittländern nachhaltig und strukturell unterstützen. Mit Fokus auf Wasser- und Abwassermanagement, Kreislaufwirtschaft und Mobilität helfen wir deutschen Unternehmen gezielt dabei, Chancen für GreenTech "made in Germany" zu identifizieren und damit zugleich einen konkreten Nutzen für Umweltschutz und Lebensbedingungen in den jeweiligen Ländern zu schaffen.