Pfadnavigation

Energieversorgungssicherheit

Rückblick auf unsere Dialogveranstaltung vom 29.05.2026
MOEE

© DIHK Service GmbH

Die Dialogveranstaltung der DIHK Service GmbH beleuchtete letzte Woche online mit knapp 100 Teilnehmenden zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze rund um eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung für Unternehmen. Im Fokus standen steigende Preise, hohe Schwankungen sowie komplexe regulatorische Rahmenbedingungen.

Herausforderungen in der Strombeschaffung

Aus Sicht der IHK Magdeburg (Kathleen Ardelt) stehen viele Unternehmen unter erheblichem Druck:

  • Hohe Strompreise und starke Volatilität erschweren Planung und Investitionen
  • Zunehmende regulatorische Komplexität überfordert insbesondere den Mittelstand
  • Fehlendes Wissen über Entlastungen verschärft die Situation
  • Besonders betroffen: energieintensive Branchen wie  die Chemieindustrie

Die Folge: Energiefragen entwickeln sich zu einem strategischen Kernthema.

Praxisbeispiel: Neue Beschaffungsstrategien

Andreas Gahl (MPG) zeigte, wie Unternehmen aktiv gegensteuern können. Durch Effizienzmaßnahmen wurde der Energieeinsatz deutlich reduziert, parallel erfolgt der Umbau der Energieversorgung in Richtung Klimaneutralität.

Kern der neuen Strategie:

  • 80 % Strombezug über PPAs (Wind und Solar)
  • Anpassung der Produktion an Stromverfügbarkeit und Preise
  • Nutzung von Prognosesoftware und Flexibilitäten (z. B. Wärmeproduktion bei günstigen Strompreisen)

Ziel ist Klimaneutralität, eine höhere Unabhängigkeit und bessere Kostenkontrolle.

Marktentwicklung und Perspektiven

Experte Nicolas Eschenbruch betonte:

  • Volatilität nimmt kurzfristig vermutlich weiter zu
  • Langfristig stärken erneuerbare Energien die Versorgungssicherheit
  • Netzentgelte werden voraussichtlich erstmal steigen
  • Flexibilität im Verbrauch wird entscheidend

Wichtig: Auch Nicht-Handeln birgt Risiken.

PPAs: Chance mit Herausforderungen

PPAs bieten:

  • Planbare Preise, Klimavorteile und Versorgungssicherheit

Gleichzeitig bestehen Hürden:

  • Komplexe Vertragsgestaltung
  • Risiken bei Lieferabweichungen
  • Hoher Abstimmungsaufwand

Die Übertragbarkeit hängt stark von Branche, Prozessen und Risikobereitschaft ab.

Unterstützung und Handlungsempfehlungen

IHKs unterstützen vor allem durch

  • Informationsangebote
  • Orientierung zu aktuellen Entwicklungen und rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Vernetzung und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen

Empfohlene Schritte für Unternehmen:

  1. Stromverträge prüfen
  2. Lastprofile analysieren
  3. Erneuerbare Optionen vergleichen
  4. Beratung und Pilotprojekte nutzen
  5. Sich vernetzen und von Praxisbeispielen lernen

Fazit

Die Veranstaltung unterstrich die zentrale Bedeutung von Netzwerken und Austausch: Unternehmen profitieren stark von Best Practices, gemeinsamen Erfahrungen und Orientierung durch Institutionen wie die IHK.

Gerade in einem komplexen und dynamischen Umfeld gilt: Vernetzung schafft Sicherheit, fördert Mut und erleichtert den Einstieg in neue Beschaffungsstrategien.

 

© DIHK Service GmbH

Kontakt

Sofie Geisel Geschäftsführerin