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„Sustainability sells“

Drei Unternehmen im südlichen Afrika zeigen, wie nachhaltige Ressourcennutzung zu wirtschaftlichem Erfolg führen kann

Vera Massie, AHK Südliches Afrika, gibt einen Rückblick auf Inhalte und Ergebnisse der einzelnen Projektphasen.

© AHK Südliches Afrika

Seit September 2021 führten Chambers for GreenTech und die AHK Südliches Afrika im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ein Projekt zur Entwicklung von Ressourceneffizienzmaßnahmen mit Unternehmen aus Südafrika, Namibia und Botswana durch. Dank technischer Upgrades, verbessertem Monitoring, effizienterer Abwasserbehandlung und erfolgreicher Bewusstseinsbildung erzielten drei der teilnehmenden Industriebetriebe bis Projektabschluss deutliche Senkungen ihres Ressourcenverbrauchs.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand – der Schlüsselfaktor: Capacity Building

Im südlichen Afrika gewinnen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zunehmend an Bedeutung. Dies liegt einerseits an der Notwendigkeit, den Mangel an Wasser- und anderen Ressourcen zu bewältigen. Andererseits versprechen sich Unternehmen davon auch wirtschaftliche Vorteile, wie geringere Produktionskosten und eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit. Das gemeinsame Projekt der Chambers for GreenTech und der Deutschen Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK Südliches Afrika) strebte deshalb an, die traditionell ressourcen-intensive Industrie in Südafrika, Namibia und Botswana bei der Umstellung auf umweltfreundlichere Praktiken zu unterstützen.

In drei aufeinander aufbauenden Projektphasen begleiteten Chambers for GreenTech und die AHK Südliches Afrika die teilnehmenden Unternehmen dabei, Potenziale zur Einsparung von Ressourcen zu identifizieren, eigene Initiativen zur Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen zu konzipieren und diese schließlich relevanten Akteuren im südlichen Afrika und Deutschland vorzustellen. Ziel des Projektes war es unter anderem, den Nutzen von moderner Umwelttechnik anhand konkreter, replizierbarer und skalierbarer Maßnahmen zu verdeutlichen und Kompetenzen hinsichtlich deren Anwendung aufzubauen. Drei der teilnehmenden Unternehmen, Mpcat Corrugated Epping (Südafrika), BMW Roslyn Plant (Südafrika) und Mpact Corrugated Walvis Bay (Namibia) setzten ihre erarbeiteten Konzepte sofort in die Tat um und erzielten in kurzer Zeit bereits bemerkenswerte Ergebnisse.

Projektabschluss im Online-Event

Nach zwei Jahren kam das Projekt „Stimulierung der nachhaltigen Ressourcennutzung in der Industrie in Südafrika, Namibia und Botsuana“ im Rahmen der Exportinitiative Umweltschutz des BMUV nun zum erfolgreichen Abschluss. In einem Online-Event der AHK Südliches Afrika präsentierten die drei Unternehmen am 26. September 2023 ihre Maßnahmen vor über 80 interessierten Teilnehmenden aus Afrika und Europa.

Eröffnet wurde die Abschlussveranstaltung von Vera Massie, AHK Südliches Afrika, Charlotte Dieter, BMUV, sowie von Alfred Hartzenburg, dem projektbegleitenden Experten für industrielle Ressourceneffizienz. In ihrer Willkommensrede begrüßte Frau Dieter es sehr, dass angesichts der anhaltenden Herausforderungen für die Wasser- und Energieversorgung im südlichen Afrika, zunehmend mehr Unternehmen daran interessiert sind, Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil ihrer Marke zu machen. Dies sende nicht nur ein wichtiges Signal an die Industrie, sondern sei auch wirtschaftlich von Vorteil, denn: „Sustainability sells“.

Eindrucksvolle Ergebnisse: Einblicke in die Maßnahmen der Unternehmen

Diese Aussage bestätigte auch Lebogang Majingo, Leiter des Ressourceneffizienzprojekts bei Mpact Corrugated Epping. Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr 2023 rund 401 kL Wasser beim Betrieb ihrer Heizkesselanlage einsparen und setzte somit rund 4.3% weniger Ressourcen ein als ursprünglich erwartet. Das ausschlaggebende Argument für die Finanzierung der dazu notwendigen Verfahrenstechnik und Mitarbeiterschulungen sei der Return of Investment (ROI) gewesen. Denn die Potentialanalyse für Mpact Corrugated Epping ergab, dass die Ausgaben dank der verbesserten Ressourceneffizienz schon nach zwei Jahren zurückerwirtschaftet werden können.

Die zweite Produktionsanlage von Mpact Corrugated in Walvis Bay, Namibia, erzielte ebenfalls große Einsparungen. Neben der Installation von zusätzlichen Kondensatableitern und einem verbesserten Verbrauchsmonitoring ging es an diesem Standort besonders um die Reduktion der Wassernutzung außerhalb des Produktionsprozesses. Diese machte beinahe 40% des Gesamtverbrauchs aus und wurde durch wassersparende Armaturen in den Personalwaschräumen, sowie Sensibilisierungskampagnen für die Mitarbeitenden adressiert. Projektleiter Frans Gaoseb berichtete stolz, dass in den elf Monaten seit ihrer ersten Effizienzbewertung im August 2022 durch all diese Maßnahmen insgesamt 506 kL Wasser eingespart werden konnten. Dies entspricht 13% des jährlichen Gesamtwasserverbrauchs von Mpact Corrugated Walvis Bay.

Für die BMW Roslyn Plant in Südafrika präsentierte schließlich noch Umweltschutzspezialistin Myra Jeske die ergriffenen Ressourceneffizienzmaßnahmen. Das Werk stellte unter anderem darauf um, das aufbereitete Abwasser aus der Waschanlage in den Lackierwerkstätten wiederzuverwenden. Außerdem pilotiert das Unternehmen aktuell eine Regenwassernutzungsanlage für sein Hauptverwaltungsgebäude. Eine umfassende Evaluierung dieser und weiterer Initiativen soll bis Februar 2024 erfolgen.

Ein gutes Zeichen für die Nachhaltigkeit im südlichen Afrika

Dass diese Ergebnisse bereits jetzt eine starke Signalwirkung besitzen, zeigte sich besonders an den aktiven Nachfragen und Wortmeldungen der Eventteilnehmenden. Der Unternehmensberater Alfred Hartzenburg schloss die Veranstaltung deshalb mit den Worten: "Solche Projekte können nicht ohne die Unterstützung von Menschen funktionieren, die an den Wert und den Erfolg unserer Arbeit glauben.“ Er sei fest davon überzeugt, dass die drei Betriebe motiviert und bereit sind, ihre Initiativen erfolgreich fortzusetzen.

Die Online-Veranstaltung bildete somit einen inspirierenden Abschluss für das Projekt und machte deutlich, dass engagierte Teams und zukunftsorientierte Führungskräfte eine nachhaltigere Industrie gestalten und einen positiven Beitrag für die Umwelt leisten können. Chambers for GreenTech gratuliert allen Beteiligten zu diesem erfolgreichen Projekt und wünscht ihnen für die Fortführung ihres Engagements weiterhin alles Gute. Besonderer Dank gilt dabei auch der AHK Südliches Afrika als zentralem Implementierungspartner und Anlaufstelle für Anfragen deutscher Technologieanbieter.

Weiterführende Links:

Sie möchten mehr über das Projekt mit der AHK Südliches Afrika erfahren?

Die Best-Practice Berichte von Mpact Corrugated Walvis Bay und Mpact Corrugated Epping sowie die Aufzeichnung des Online-Events finden Sie hier: germanchamber.co.za

Mehr Informationen zum EXI-Projekt und den beteiligten Partnern finden Sie auf der Webseite der Exportinitiative Umweltschutz:  Projekte (exportinitiative-umweltschutz.de)


© Chambers for Greentech

Chambers for GreenTech

Ein deutscher Betrieb möchte moderne Müllwagen, effiziente Sortiertechnik oder Filteranlagen zur Abwasserbehandlung exportieren? Dann sind die Chambers for GreenTech die richtige Adresse. Mit diesem Projekt verbinden wir Umweltschutz und Außenwirtschaftsförderung mit dem Ziel, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern und die Exportchancen für GreenTech "made in Germany" zu erhöhen. Wir setzen im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologie gemeinsam mit AHKs Projekte um, die deutsche GreenTech-Unternehmen bei ihrem Markteintritt in Drittländern nachhaltig und strukturell unterstützen. Mit Fokus auf Wasser- und Abwassermanagement, Kreislaufwirtschaft, Mobilität und grünem Wasserstoff helfen wir deutschen Unternehmen gezielt dabei, Chancen für GreenTech "made in Germany" zu identifizieren und damit zugleich einen konkreten Nutzen für Umweltschutz und Lebensbedingungen in den jeweiligen Ländern zu schaffen.