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Unternehmen in Schwierigkeiten

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Sie wollen mit einem erfahrenen Berater oder einer erfahrenen Beraterin eine aufziehende Krise vermeiden? Informieren Sie sich hier über das Programm "Förderung unternehmerischen Know-hows":

Ihr Betrieb muss ein Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß der EU-Definition sein.

Dies setzt voraus, dass

  • Ihnen als GmbH mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen ist. Das bedeutet, dass sich nach Abzug der aufgelaufenen Verluste von den Rücklagen (und allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden) ein negativer kumulativer Betrag ergibt, der mehr als der Hälfte des gezeichneten Stammkapitals entspricht.
  • Ihnen als Personengesellschaft mehr als die Hälfte der in den Geschäftsbüchern ausgewiesenen Eigenmittel infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen ist.
  • Ausführliche Informationen zu den erforderlichen Kennziffern und der Berechnungsmethode finden Sie im:
    BAFA-Merkblatt "Unternehmen in Schwierigkeiten" (PDF, 170 KB)
    Setzen Sie sich hierüber gegebenenfalls mit Ihrem Berater oder Ihrer Beraterin in Verbindung.

Darüber hinaus müssen Sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie müssen rechtlich selbstständig und im Bereich der gewerblichen Wirtschaft oder der freien Berufe tätig sein.
  • Ihre Firma muss Sitz und Geschäftsbetrieb oder eine Zweigniederlassung in der Bundesrepublik Deutschland haben.
  • Sie dürfen nicht mehr als 250 Personen beschäftigen und  Ihr Jahresumsatz darf 50 Millionen Euro oder Ihre Jahresbilanzsumme 43 Millionen Euro nicht überschreiten. (Haben Sie noch keinen Jahresabschluss erstellt, so können Sie die Angaben nach Treu und Glauben schätzen.)
  • Die Voraussetzung für Mitarbeiterzahl und Jahresumsatz oder Bilanzsumme darf zusammen mit einem Partnerunternehmen oder verbundenen Unternehmen nicht überschritten werden.
    Nähere Informationen enthält der Benutzerleitfaden zur Definition von KMU der EU-Kommission aus dem Jahr 2017, abrufbar auf der Website des BAFA).



Nicht antragsberechtigt sind

  •  Unternehmen sowie Angehörige der freien Berufe, die in der Unternehmens‑ oder Wirtschaftsberatung, der Wirtschafts- oder Buchprüfung, der Steuerberatung oder als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt, als Notarin oder Notar, als Insolvenzverwalterin oder Insolvenzverwalter oder in ähnlicher Weise beratend oder schulend tätig sind oder tätig werden wollen
  •  Unternehmen, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist oder die die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erfüllen
  •  Unternehmen, die in einem Beteiligungsverhältnis zu Religionsgemeinschaften, juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder zu deren Eigenbetrieben stehen
  •  Unternehmen, die gemäß Artikel 1 Absatz der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 ausgeschlossen sind (zum Beispiel Betriebe der landwirtschaftlichen Primärerzeugung, der Fischerei und Aquakultur)



Sollte Ihr Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sein, ist eine Unternehmensberatung häufig das wichtigste Instrument, um die Leistungsfähigkeit Ihres Betriebs wiederherzustellen.

Oftmals ist der Druck solcher Schwierigkeiten so groß, dass der Unternehmer / die Unternehmerin sie nicht mehr allein bewältigt. Ein Berater / eine Beraterin kann Ihnen helfen. Er oder sie wird Ihren Betrieb genau unter die Lupe nehmen, feststellen, worin die Ursachen der Schwierigkeiten liegen, und diese gezielt mit Ihnen und – falls erfoderlich – weiteren Beteiligten wie etwa Banken oder Lieferanten angehen.

Ihr Unternehmen kann folgende Unterstützung erhalten:




Nicht gefördert werden Beratungen,

  •  die ganz oder teilweise mit anderen öffentlichen Zuschüssen einschließlich Mitteln der Strukturfonds und des ESF finanziert werden (Kumulierungsverbot)
  •  die Vermittlungstätigkeiten beinhalten und / oder deren Zweck auf den Erwerb von bestimmten Waren oder Dienstleistungen gerichtet ist, die von den Beraterinnen oder Beratern selbst vertrieben werden (Neutralität)
  •  die überwiegend Rechts- und Versicherungsfragen sowie steuerberatende Tätigkeiten zum Inhalt haben – zum Beispiel die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen oder Buchführungsarbeiten
  •  die überwiegend gutachterliche Stellungnahmen umfassen
  •  die auf den Verkauf / Vertrieb von Gütern oder Dienstleistungen abzielen, insbesondere individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sowie sonstige Umsatz steigernde Maßnahmen einschließlich des entsprechenden Marketings von Ärztinnen oder Ärzten, Zahnärztinnen oder Zahnärzten, Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten, Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  •  die ethisch-moralisch nicht vertretbare oder gegen Recht und Ordnung verstoßende Inhalte zum Gegenstand haben

Die Bemessungsgrundlage der für Unternehmen in Schwierigkeiten maximal förderfähigen Summe beläuft sich auf 3.000 Euro.

Der Zuschuss beträgt bundesweit 90 Prozent der förderfähigen Summe, maximal also 2.700 Euro.

Einen Überblick vermittelt folgende Tabelle:

Maximal förderfähige Beratungskosten = Bemessungsgrundlage

Fördersatz

Maximaler Zuschuss

3.000 €

90 Prozent

2.700 €

Sie können bis zur Ausschöpfung der maximalen Bemessungsgrundlage mehrere Anträge auf Förderung stellen. Das gilt für alle Beratungen, deren vollständige Verwendungsnachweise bis zum 31. Dezember 2020 eingereicht werden.

Der Berater / die Beraterin oder das Beratungsunternehmen muss

  • rechtlich selbstständig sein,
  • den überwiegenden Geschäftszweck (mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes) auf die entgeltliche Unternehmensberatung gerichtet haben,
  • über die erforderliche Befähigung verfügen,
  • die notwendige Zuverlässigkeit besitzen,
  • ein geeignetes Qualitätssicherungsinstrument eingeführt haben und auch leben sowie
  • eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, insbesondere eine richtlinienkonforme Durchführung der Beratung, gewährleisten.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Beratungen

  • durch Beraterinnen oder Berater von juristischen Personen des öffentlichen Rechts oder von Religionsgemeinschaften. Dies gilt auch, wenn hier nur ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie bei Berater/-innen, die für ihre Tätigkeit Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln erhalten
  • durch gemeinnützige Unternehmen und gemeinnützige Vereine, Stiftungen oder studentische Unternehmensberatungen, sofern sie nicht über einen wirtschaftlich organisierten Teilbetrieb im Sinne von Nr. IV 4.2.1 der Richtlinie verfügen
  • durch Inhaber/-innen, Gesellschafter/-innen oder Mitarbeiter/-innen des beratenen Unternehmens sowie eines mit dem beratenen Unternehmen verbundenen Unternehmens
  • durch Angehörige im Sinne von § 11 Absatz 1 Nummer 1 des Strafgesetzbuchs
  • durch Beraterinnen oder Berater, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, die die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erfüllen oder gegen die eine Zwangsvollstreckung eingeleitet oder betrieben wird. Dasselbe gilt für Beraterinnen und Berater, sofern sie eine juristische Person sind, aber auch für den Inhaber der juristischen Person, wenn diese eine eidesstattliche Versicherung nach § 807 der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung 1977 abgegeben hat oder zu deren Abgabe verpflichtet ist.

Zu beachten ist weiterhin, dass die Zahlung des Beraterhonorars nicht unmittelbar oder mittelbar aus Mitteln oder aus Rechtsgeschäften der beauftragten Beraterin/des beauftragten Beraters oder mit ihr/ihm in Verbindung stehender Dritter geleistet, vorfinanziert, übernommen oder verrechnet werden darf. Dies gilt auch für Leistungen durch einen vom Berater unabhängigen Dritten, der an der Durchführung der Beratung ein geschäftliches Interesse hat.

Zum Nachweis der Beratereigenschaft muss

  • die unterschriebene Beratererklärung (Umsatzaufteilung auf alle Geschäftsfelder, Beteiligungen, et cetera)
  • ein Nachweis über das eingeführte Qualitätssicherungssystem (QM-Nachweis) inklusive Lebenslauf sowie Unterlagen zum Nachweis der Selbstständigkeit (Anmeldung beim Finanzamt, Handelsregister-Auszug, Gewerbeanmeldung, et cetera) hochgeladen werden.

Diese Unterlagen müssen dem BAFA spätestens bis zur Entscheidungsreife eines Förderantrages vorliegen.

Darum müssen Sie sich nicht kümmern. Sie können aber Ihren Berater / Ihre Beraterin darauf aufmerksam machen. So können Sie das Merkblatt "Berateranforderung" des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (abrufbar auf der Website des BAFA) zum Gespräch mit dem / der Berater/-in mitbringen.

Für Unternehmen in Schwierigkeiten besteht keine Begrenzung der Beratungstage.

Allerdings gilt: Spätestens sechs Monate nach Erhalt des Informationsschreibens Ihrer Leitstelle müssen Sie der Leitstelle den Verwendungsnachweis online über die Antragsplattform des BAFA einreichen. Die Beratung kann sich also über maximal ein halbes Jahr erstrecken.

Und so können Sie die Förderung in Anspruch nehmen:

  1. Sie führen ein Gespräch mit einem Regionalpartner, etwa mit einer Industrie- und Handelskammer (siehe auch Regionalpartnerliste rechts oben). Hier erläutert man Ihnen die Fördervoraussetzungen. Zudem ist in diesem Sondierungsgespräch die betriebliche Situation zumindest grob festzustellen, um hieraus den Beratungsbedarf abzuleiten und zu eruieren, ob in die Unternehmenssicherungsberatung weitere Beteiligte einzubeziehen sind. Das Ergebnis ist zu dokumentieren.

    2. Spätestens drei Monate später stellen Sie online Ihren Antrag über die Antragsplattform des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

    3. Ihre Leitstelle, etwa die DIHK Service GmbH, prüft Ihren Antrag vor und informiert Sie über das Ergebnis. Sie leitet die Unterlagen an das BAFA zur Entscheidung weiter.

    4. Erst nach Erhalt des Informationsschreibens Ihrer Leitstelle dürfen Sie mit der förderfähigen Beratung beginnen. Es ist ratsam, dann auch einen entsprechenden Beratungsvertrag abzuschließen. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.

    5. Spätestens sechs Monate nach Erhalt des Informationsschreibens müssen Sie der Leitstelle den Verwendungsnachweis online über die Antragsplattform des BAFA einreichen.

    Dazu gehören folgende Unterlagen:

  • ein ausgefülltes und von Ihnen und vom Berater / von der Beraterin unterschriebenes Verwendungsnachweisformular
  • ein von Ihnen ausgefülltes und unterschriebenes Formular zur De-minimis- und zur EU-KMU-Erklärung
  • das Bestätigungsschreiben Ihres regionalen Ansprechpartners über die Führung des Informationsgesprächs
  • ein Beratungsbericht des Beraters / der Beraterin
  • die Rechnung des Beratungsunternehmens und
  • der Kontoauszug des Antragstellers über die Zahlung der Beratungskosten (einschließlich Umsatzsteuer) in voller Höhe
  • Das Verwendungsnachweisformular sowie das Formular zur De-minimis- und zur EU-KMU-Erklärung werden auf der Plattform zur Verfügung gestellt. Diese müssen zusammen mit den weiteren oben genannten Nachweisen hochgeladen werden.


    Die Beratungskosten müssen von Ihnen selbst geleistet werden. Eine Beteiligung durch das Beratungsunternehmen ist nicht zulässig.

    6. Die Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach abschließender Prüfung durch das BAFA. Der Zuschuss wird als De-minimis-Beihilfe gewährt.

Sie werden von Ihrem Berater / Ihrer Beraterin eine Rechnung erhalten. Die Rechnung des Beraters muss in voller Höhe einschließlich Mehrwertsteuer gezahlt sein. Die Beratungskosten müssen von Ihnen selbst geleistet werden. Eine Beteiligung durch das Beratungsunternehmen ist nicht zulässig.

Die Zahlung muss von Ihnen durch Vorlage eines Kontoauszuges über Ihre Bankverbindung im Verwendungsnachweis nachgewiesen werden.

  • Die Zahlung können Sie grundsätzlich durch einen banküblichen Kontoauszug nachweisen. Auch im Rahmen des Online-Banking werden Kontoauszüge von der Bank zur Verfügung gestellt.
  • Achtung: Anerkannt werden nur Nachweise, die als Kontoauszug bezeichnet sind, unabhängig davon, ob sie in Papierform oder online von der Bank erstellt wurden.
  • Im Gegensatz hierzu können sogenannte Umsatzaufstellungen/-anzeigen nicht anerkannt werden. Diese werden vom Kontoinhaber erstellt und sind beliebig, je nach Abfragemodalitäten, änderbar.
  • Alternativ zum Kontoauszug kann eine Bankbestätigung hochgeladen werden. Hierbei müssen alle Angaben, die ein Kontoauszug dokumentiert, von der Bank unterschriftlich und mit Stempel bestätigt werden.
  •  Bei Sammelüberweisungen sind der Kontoauszug sowie die dazugehörende Sammlerliste vorzulegen. Anhand der Liste muss erkenntlich sein, dass im Gesamtbetrag die Beratungskosten enthalten sind. Hier muss ein eindeutiger Bezug nachvollziehbar hergestellt werden können. Dies erfolgt in der Regel über den Abgleich der Endsumme des Sammlers mit dem Betrag auf dem Kontoauszug.
  •  Im Rahmen von Zahlungen der Beratungskosten durch Lastschriftverfahren müssen Sie bei den Basislastschriften zusätzlich zum Zahlungsnachweis schriftlich erklären, dass innerhalb der Widerrufsfrist von sechs Wochen kein Widerruf erfolgt ist. Bei der SEPA-Firmenlastschrift ist dies nicht notwendig, da diese nicht widerrufen werden kann.

Für alle Belege gilt, dass diese nicht gestückelt oder "zusammenkopiert" anerkannt werden können. Der jeweilige Nachweis beziehungsweise dessen Inhalte müssen erkennbar zusammengehören und auch nach dem Abdecken einzelner Positionen im Gesamtbild bestehen bleiben.

Als Zahlungsnachweis können nicht akzeptiert werden:

  • Umsatzanzeigen/-aufstellungen
  • Quittungen über Bareinzahlungen
  • Kontoauszug des Beraters / der Beraterin
  • Wechsel, unabhängig von der Form

Im Rahmen der Bezahlung der Beratungskosten außerdem nicht zulässig sind:

  • Zahlungen oder Kreditgewährung durch das Beratungsunternehmen, durch mit ihm in Verbindung stehende Dritte oder durch vom Beratungsunternehmen unabhängige Dritte, wenn sie an der Durchführung der Beratung ein geschäftliches Interesse haben
  •  Verrechnung von Forderungen


Beantragt wird die Förderung über die Antragsplattform des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).